BranchencharakteristikaDie Zementindustrie wird vor allem durch drei Merkmale charakterisiert: Kapitalintensität: Für den Neubau eines Zementwerkes mit einer Jahresproduktion von 1,5 Millionen Tonnen Klinker sind Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro anzusetzen. Dies entspricht etwa dem Drei- bis Vierfachen des Jahresumsatzes und im Durchschnitt etwa 1,5 Millionen Euro je Arbeitsplatz. Solche Großprojekte amortisieren sich nur über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren. Durch eine konsequente Instandhaltung betragen die betrieblichen Nutzungszeiten der großen Aggregate sogar mehr als 30 Jahre. Standortrelevanz: Zementwerke liegen in der Regel in unmittelbarer Nähe geeigneter Lagerstätten. Dies ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll, weil so Rohstofftransporte vermieden werden. Hinzu kommt, dass sich Zement aufgrund der Transportkosten auf dem Landweg nur über eine begrenzte Entfernung wirtschaftlich absetzen lässt. Eine logistisch günstige Lage zu den Absatzmärkten ist daher ein weiterer Standortfaktor für die Zementproduktion. Zugleich nimmt der internationale Wettbewerb permanent zu. Kostenvorteile können weltweit vor allem Standorte nutzen, die über einen direkten Zugang zum preisgünstigen Seeverkehr verfügen. Solche Standorte verfügen vor allem in Asien und Nordafrika über hohe Produktionskapazitäten. Rohstoff- und Energieintensität: Zement lässt sich nicht ohne primäre Rohstoffe herstellen. Die Veredlung der Rohstoffe bedarf zudem des Einsatzes von Brennstoffen und Strom. So liegt der Anteil der Energiekosten an den Herstellkosten der deutschen Zementindustrie bei 30 Prozent. Die Unternehmen haben daher ein hohes Eigeninteresse daran, die Ressourcenproduktivität zu steigern und wertvolle Rohstoffvorkommen als Basis der Zementproduktion zu schonen. Neben einer Ausschöpfung der verbleibenden verfahrenstechnischen Potenziale setzt die deutsche Zementindustrie auf die Substitution primärer Ressourcen durch sekundäre Brenn- und Einsatzstoffe. |

