Stichwort: Zement

Im weiteren Wortsinn bezeichnet Zement jede Art von Material, das als Bindemittel einzelne Komponenten zu einem Ganzen verbindet. Zement wird daher umgangssprachlich auch als Klebstoff bezeichnet. Zemente, die im Bauwesen eingesetzt werden, sind laut DIN EN 197 hydraulische Bindemittel. Danach ist Zement ein feingemahlener anorganischer Stoff, der nach dem Anmachen mit Wasser durch Hydratation erhärtet und nach dem Erhärten auch unter Wasser fest und raumbeständig bleibt. Das Ausgangsmaterial moderner Bauzemente besteht aus einer Mischung von 70 bis 80 Masseprozent Kalkstein und 20 bis 30 Masseprozent Ton, die in vielen Abbaustätten der Zementindustrie im Prinzip bereits natürlich vorliegt. Je nach chemischer Zusammensetzung der Lagerstätte müssen Korrekturstoffe, z. B. Eisenerz oder Sand, zugefügt werden. Aus diesen Rohstoffen entsteht in einem verfahrenstechnisch anspruchsvollen Herstellungsprozess das Produkt Zement.

 

Stichwort: Beton

Beton ist ein Baustoff, der aus Zement, den sog. Gesteinskörnungen (Zuschlägen) und Wasser gemischt wird und seine Eigenschaften durch die Hydratation des Zements erhält. Durch Zugabe von Zusatzstoffen und Zusatzmitteln können die Eigenschaften des Betons, wie z. B. die Verarbeitungszeit, gezielt beeinflusst werden. Beton wird deshalb auch als Fünf-Stoff-System bezeichnet. Durch geeignete Auswahl der Bestandteile lassen sich Betone mit beinahe allen gewünschten Baustoffeigenschaften herstellen. Nach dem Ort der Herstellung unterscheidet man Baustellenbeton oder Transportbeton, der in einem Transportbetonwerk gemischt und in Fahrmischern auf die Baustelle transportiert wird. Betonfertigteile sind Bauteile aus Beton, die in einem Werk hergestellt und auf der Baustelle nur noch montiert werden.


Vergleich zwischen Beton (links) und Nagelfluh (rechts)

Natürliche Zuschläge sind Sand, Kies und Splitt. Zudem werden auch recyclierte Zuschläge eingesetzt. Die Abbildung zeigt links einen Schnitt durch einen Beton, der aus 35 Masseprozent Sand, 52 Masseprozent Kies und 13 Masseprozent Zement besteht. Die hydratisierten Zementbestandteile bilden einen feinen Überzug auf den Sand- und Kieskörnern und verkleben diese fest miteinander, so dass ein künstliches Gestein entsteht. Das Prinzip – die Verbindung von grobkörnigem Zuschlag durch feinkörnigen Mörtel – kennt bereits die Natur. Entsprechende Gesteine werden Konglomerate oder Brekzien genannt. Aus geologischer Sicht handelt es sich hierbei meist um fossile Schotterbetten, die durch spätere natürliche Prozesse (Diagenese) verfestigt wurden. Aus dem Voralpenraum ist vor allem die „Nagelfluh“ bekannt, die heute noch als Naturwerkstein Verwendung findet (rechter Teil der Abbildung).

   

Stand: 30.07.2010