Moderne Zemente und BetonbauweisenMit der Verfügbarkeit eines hydraulischen Bindemittels, das hohe Festigkeiten erreicht und eine exzellente Dauerhaftigkeit aufweist, wurde es möglich, arbeitsaufwändiges und teures Hausteinmauerwerk durch den Baustoff Beton zu ersetzen. Durch Verstärkung des Betons mit Eisenarmierungen wurde zudem die Ausbildung von biege- und zugbeanspruchten Bauteilen aus Beton möglich. Im Allgemeinen wird das 1867 von Monier erwirkte Patent auf die Herstellung drahtbewehrter Blumenkübel aus Zement als Beginn der Stahlbetonbauweise angesehen. Bewehrte Bauteile aus Zement sind allerdings schon vorher ausgeführt worden. So stellte Lambot für die Weltausstellung 1854 ein Schiff aus Eisenbeton her. Die Vorteile der Stahlbeton-Verbundbauweise bezüglich Feuer, Korrosion und mechanischer Beanspruchung verhalfen dem jungen Baustoff schnell zum Durchbruch. Im Brückenbau wurden schlanke Konstruktionen möglich, deren Kühnheit die der gewölbten steinernen Brücken bei Weitem übertraf. Pioniere des Stahlbetonbaus waren unter anderem die Ingenieure Wayss, Freyssinet, von Emperger und Mörsch. Francois Hennebique entwickelte mit dem nach ihm benannten System eine flexible konstruktive Struktur, die auch Architekten inspirierte, Beton für schlanke Bauteile und weit gespannte Räume zu verwenden. Zunächst wurde der Baustoff vor allem im Industriebau eingesetzt, bevor Le Corbusier in seinem Domino-Haus (1914) und Mies van der Rohe im legendären Konzept für ein Bürohaus (1922) Beton als Material für die Architektur reklamierten. [zurück] |



