Entwicklung der hydraulisch erhärtenden BindemittelDas wesentliche Merkmal der hydraulisch erhärtenden Kalke, nämlich die Beimengung von Ton vor dem Brennen, wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von dem Engländer J. Smeaton entdeckt. Darauf aufbauend leisteten Anfang des 19. Jahrhunderts die Franzosen L. J. Vicat und H. V. Collet-Descotils sowie der Deutsche J. F. John wichtige Beiträge für die Erforschung der hydraulischen Eigenschaften von Bindemitteln. 1796 erwirkte der Brite J. Parker ein Patent auf ein gebranntes hydraulisches Bindemittel aus Kalkmergel mit hohem Tonerdegehalt, dem er den Namen "Roman Cement" gab. Tatsächlich handelte es sich aufgrund der Zusammensetzung des Rohstoffgemischs und der Brenntemperatur unterhalb der Sintergrenze aber um einen hydraulischen Kalk. Auch das von dem englischen Maurermeister und Bauunternehmer J. Aspdin 1824 unter dem Namen "Portland-Cement" zum Patent angemeldete hydraulische Bindemittel war noch kein Zement im heutigen Sinne. Erst in den vierziger Jahren des 19. Jahrhundert wurde im Rahmen der fabrikmäßigen Herstellung das Rohstoffgemisch bis zur Sintergrenze gebrannt und damit eine mineralogische Zusammensetzung erzielt, die den heutigen Zementen nahe kommt. Vor allem die Arbeiten des Deutschen W. Michaelis führten zum Ausgang des 19. Jahrhunderts zu ersten quantitativen Angaben über die Zusammensetzung von Rohstoffgemischen für die Portlandzementfabrikation. Es ist das Verdienst des Franzosen H. Le Chatelier und des Schweden A. E. Törnebohm, Portlandzementklinker als mehrphasiges Gefüge verschiedener Mineralien beschrieben zu haben, deren Anteile innerhalb bestimmter Grenzen variieren. Auf diese Erkenntnisse bauten zu Anfang des 20. Jahrhunderts weitere Forscher wie der Leiter des Zementlabors in Berlin, H. Kühl, auf. [zurück] |




