Überblick zur Geschichte der BindemittelErste hydraulisch erhärtende Mörtel wurden bereits um 1000 v. Chr. von phönizischen Baumeistern verwandt, die gebrannten Kalk mit gemahlenen Ziegeln oder vulkanischen Aschen (Puzzolanen)vermischten. Der Name "Zement" geht auf die Römer zurück, die seit dem dritten Jahrhundert v. Chr. Bauwerke aus einem Gemisch von Bruchstein, Puzzolan- und Ziegelmehl sowie gebranntem Kalk errichteten und mit dem "opus caementitium" eine frühe Betonbauweise entwickelten. Die Kuppel des 120 n. Chr. errichteten Pantheon in Rom erreichte bereits eine Spannweite von mehr als 43 m, die erst 1911 von der Jahrhunderthalle in Breslau - einer modernen Betonschalenkonstruktion - übertroffen wurde. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Bindemittel verwendet, die durch den Zusatz von Puzzolanen hydraulische Eigenschaften aufwiesen. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit blieb die Baustoffkunde eine handwerkliche Disziplin. Gleichwohl wurden kühne Steinbauten errichtet, die von den Fertigkeiten der damaligen Baumeister zeugen und die verwendeten Baustoffe bis zur Festigkeitsgrenze ausnutzen. Aufgrund der präzise behauenen Steinquader und der damit möglichen dünnen Mörtelfugen wurden noch keine besonderen Anforderungen an die Festigkeit der Bindemittel gestellt. Erst fortschreitende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Eisen- und Stahlherstellung, die den Einsatz dieses neuen Werkstoffs für biege- und druckbeanspruchte Bauteile ermöglichten, machten eine Rationalisierung der Massivbauweise erforderlich. Dieser Prozess führte über die Entwicklung von Bruchsteinmauerwerk mit Mörtelfugen über Gussmauerwerk zum Beton. Damit einhergehend wurde die Entwicklung hydraulischer Bindemittel und deren kontinuierliche Verbesserung in Bezug auf Wasserbeständigkeit, Erhärtungsverlauf und Endfestigkeit vorangetrieben. Der Entwicklung innovativer Zemente und Betone sind bis heute keine Grenzen gesetzt. |


